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Rauchen im Fussballstadion

Auf einen Blick

  • 27 % der Fußballfans fühlen sich grundsätzlich durch Rauchen im Stadion gestört.
  • Auf engen Tribünen steigt der Anteil auf 49,8 %.
  • Nur 25 % der Fans sprechen sich für ein vollständiges Rauchverbot aus.
  • 48,6 % sehen gut erreichbare Raucherzonen als effektivste Maßnahme.
  • 23,5 % der rauchenden Fans haben bereits wichtige Spielszenen wegen einer Raucherpause verpasst.
  • Unter den 18- bis 29-jährigen rauchenden Fans nutzen 49,6 % bereits Nikotinbeutel, um das Spiel ohne Unterbrechung verfolgen zu können.

Haypp untersucht Rauchen im Fußballstadion

Haypp hat untersucht, welche Rolle Rauchen heute im deutschen Fußballstadion spielt und wie sich die Erwartungen von rauchenden und nichtrauchenden Fans unterscheiden. Grundlage ist eine von Civey durchgeführte Online-Umfrage unter 3.500 Fußballfans in Deutschland, die mindestens einmal pro Saison ein Spiel im Stadion besuchen.

Zusätzlich wurde eine Teilstichprobe von 500 rauchenden Fans ausgewertet. Die Befragung fand zwischen dem 15. April und 18. Mai 2026 statt. Im Mittelpunkt standen nicht nur Rauchverbote. Untersucht wurde auch, was für Fans zur Stadionatmosphäre gehört, wann Zigarettenrauch besonders stört und welche Lösungen Fans selbst bevorzugen.

Warum gehört die Zigarette für manche Fans noch zur Fankultur?

Für viele rauchende Fans ist die Zigarette weiterhin Teil des Stadionerlebnisses. Insgesamt sagen 59,3 % der befragten rauchenden Fans, dass Rauchen für sie zur Fankultur gehört.

Besonders ausgeprägt ist diese Einstellung bei jüngeren Fans: Unter den 18- bis 29-jährigen Rauchenden betrachten 86,2 % die Zigarette als Bestandteil ihrer Fan-Identität.

Für die Gesamtheit der Stadionbesucher:innen sieht das Bild allerdings anders aus. Nur 10 % nennen Rauchen grundsätzlich als wichtigen Bestandteil eines Stadionbesuchs. Wesentlich wichtiger sind das Teilen von Emotionen mit anderen Fans (71,4 %), Fankleidung (59,8 %) und Fangesänge (47,4 %).

Wann stört Rauchen im Stadion besonders?

Zigarettenrauch wird vor allem dort zum Problem, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen. Insgesamt fühlen sich 27 % der Fans durch Rauchen im Stadion gestört.

In bestimmten Situationen fällt der Anteil deutlich höher aus:

  • 49,8 % stört Rauchen auf engen Tribünen.
  • 42,5 % empfinden es beim Essen und Trinken als störend.
  • 39,3 % stört es in der Nähe von Kindern.
  • 38,9 % empfinden Rauch in Warteschlangen als störend.

Unter Nichtrauchenden fällt die Wahrnehmung noch deutlicher aus: Besonders auf engen Tribünen fühlen sich 56,8 % durch Zigarettenrauch gestört. 57,1 % wünschen sich, dass nur in ausgewiesenen Bereichen geraucht wird – unter rauchenden Fans teilen 22,6 % diese Ansicht. 

Wie rücksichtsvoll sind die Fans der verschiedenen Vereine?

Auch zwischen den Fangruppen zeigen sich Unterschiede. Nichtrauchende Fans wurden gefragt, wie rücksichtsvoll sie den Umgang mit Rauchen in ihrem jeweiligen Stadion wahrnehmen.

Am besten schneiden dabei ab:

Rang

Verein

Rücksichtsvoll

1

Hannover 96

53 %

2

1. FC Union Berlin

51 %

3

SV Werder Bremen

48 %

4

Borussia Dortmund

46 %

5

Bayer 04 Leverkusen

45 %

Am anderen Ende der Auswertung stehen Eintracht Frankfurt mit 18 %, der Sport-Club Freiburg mit 22 % und Dynamo Dresden mit 23 %.

Die Ergebnisse zeigen damit auch: Wie Rauchen auf den Rängen wahrgenommen wird, hängt offenbar nicht nur von allgemeinen Regeln ab, sondern auch von der jeweiligen Stadion- und Fankultur.

Wie viele Fans verpassen wegen einer Raucherpause das Spiel?

Fast ein Viertel der rauchenden Fans hat bereits wichtige Spielszenen verpasst, weil der eigene Platz zum Rauchen verlassen werden musste. Insgesamt betrifft das 23,5 % der Befragten.

Bei jüngeren Altersgruppen liegt der Anteil wesentlich höher:

  • 56,7 % der 30- bis 39-Jährigen haben bereits entscheidende Szenen verpasst.
  • 40,4 % der 18- bis 29-Jährigen berichten ebenfalls davon.

Die klassische Raucherpause steht damit in einem direkten Konflikt mit einem wesentlichen Grund für den Stadionbesuch: möglichst keine Sekunde des Spiels zu verpassen.

Welche Rolle spielen Nikotinbeutel im Stadion?

Nikotinbeutel werden von einem Teil der rauchenden Fans bereits als rauchfreie Alternative während des Stadionbesuchs genutzt. Sie werden unter der Oberlippe verwendet und erzeugen weder Zigarettenrauch noch Dampf. In Deutschland werden tabakfreie Nikotinbeutel umgangssprachlich häufig auch als „Snus“ bezeichnet.

Im Durchschnitt geben 11,3 % der rauchenden Fans an, bereits auf rauchfreie Produkte auszuweichen, um das Spiel ohne Unterbrechung verfolgen zu können. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 49,6 %, die hierfür Nikotinbeutel nutzen.

Damit entsteht ein direkter Bezug zwischen zwei Ergebnissen der Studie: Einerseits möchten viele Fans keine wichtigen Spielszenen verpassen. Andererseits wünschen sich insbesondere Nichtrauchende weniger Zigarettenrauch auf den Tribünen.

Vollständiges Rauchverbot

Ein vollständiges Rauchverbot findet keine Mehrheit: Nur 25 % der Befragten sprechen sich dafür aus. Stattdessen bevorzugen viele Fans klare räumliche Regeln. 48,6 % halten gut erreichbare Raucherzonen für die effektivste Maßnahme.

Auch Rücksichtnahme spielt eine wichtige Rolle. Besonders häufig wünschen sich Fans den Schutz von Kindern, die richtige Entsorgung von Zigarettenresten und einen Verzicht auf Rauchen bei dichtem Gedränge.

Für Stadionbetreiber ergeben sich daraus drei Ansatzpunkte: klar ausgewiesene Raucherbereiche, verständliche Kommunikation der Regeln und die Berücksichtigung rauchfreier Alternativen. Gerade jüngere erwachsene Fans nutzen laut Studie bereits Nikotinbeutel, wenn sie für ihren Nikotinkonsum ihren Platz nicht verlassen möchten.

Fazit: Emotionen teilen ohne dicke Luft

Die Haypp-Studie zeigt, dass die meisten Fans beim Rauchen im Stadion keine radikalen Lösungen fordern. Stattdessen stehen Rücksichtnahme, klar getrennte Bereiche und ein Stadionerlebnis im Mittelpunkt, bei dem möglichst niemand wichtige Spielmomente verpasst.

Markus Lindblad, Head of Legal & External Affairs bei Haypp, fasst die Ergebnisse zusammen:

„Der deutsche Fußball lebt von seiner einzigartigen Atmosphäre. Damit diese erhalten bleibt, muss die Stadionkultur die Brücke zwischen Fantradition und modernen Ansprüchen an Gesundheit und Rücksichtnahme schlagen. Die vorliegenden Ergebnisse verdeutlichen, dass der Wunsch nach Veränderung keine Frage der Ausgrenzung ist, sondern das Streben nach einer höheren Aufenthaltsqualität für alle Besuchenden.

Durch den Einsatz rauchfreier Alternativen und eine kluge räumliche Steuerung können Konflikte aufgelöst werden, bevor sie auf den Rängen entstehen. Es liegt nun an den Vereinen, diesen Wandel aktiv zu gestalten und Angebote zu schaffen, die den Fokus zurück auf das Wesentliche lenken: das gemeinsame Sporterlebnis auf dem Rasen.

Die Zukunft des Stadions ist leidenschaftlich und rücksichtsvoll – ein Ort, an dem jede Sekunde zählt und niemand aufgrund seines Konsumverhaltens oder des Schutzes der eigenen Gesundheit im Abseits stehen muss.“

Methodik

Die Ergebnisse basieren auf einer Online-Umfrage von Civey unter 3.500 Fußballfans in Deutschland, die mindestens einmal pro Saison ein Spiel im Stadion besuchen. Zusätzlich wurden 500 rauchende Fans befragt. Die Erhebung fand vom 15. April bis zum 18. Mai 2026 statt.

Autorin Lisa Hottes
Lisa Hottes

PR-Managerin

Lisa Hottes ist Haypp Group PR-Managerin. Sie spezialisiert sich auf die Kommunikation regulatorischer Entwicklungen, Markttrends sowie politischer Themen und arbeitet eng mit Medienvertreter:innen in Deutschland und der Schweiz zusammen.