Die volkswirtschaftlichen Kosten des Rauchens – und das Potenzial eines gesunden Jahres
Was würde ein einziges zusätzliches gesundes Lebensjahr für die Bevölkerung für Europas Wirtschaft bedeuten? Die Antwort ist erstaunlich: 210,4 Milliarden Euro jährlich an volkswirtschaftlichen Kosten, laut einer neuen Studie von Dr. Nima Sanandaji. Und Schweden zeigt, wie das Realität werden kann.
Die wirtschaftliche Last des Rauchens
Rauchen ist nicht nur eine Gesundheitskatastrophe für den einzelnen Raucher – es ist eine enorme wirtschaftliche Belastung für die gesamte Gesellschaft. Die Mitgliedsstaaten und die EU verlieren jedes Jahr riesige Summen durch Gesundheitskosten infolge von Lungenkrebs und rauchbedingten Krankheiten, Produktionsausfälle und vorzeitige Todesfälle. Aber was würde es eigentlich bedeuten, wenn man Krankheiten und Gebrechlichkeit um ein Jahr hinauszögern könnte? Eine durchaus realistische Möglichkeit, wenn Raucher beispielsweise Zigaretten gegen alternative Nikotinprodukte wie Snus, Vapes und Nikotinbeutel eintauschen würden.
„Der Nutzen eines zusätzlichen gesunden Lebensjahres ist erheblich und kann durch Faktoren wie mehr körperliche Aktivität, Änderungen im Rauch- und Alkoholkonsum, Ernährungsumstellungen sowie moderne Lösungen zur Lebensverlängerung erreicht werden“, sagt Dr. Nima Sanandaji, der Forscher hinter der Studie Europe’s longevity trend can be boosted by Swedish-style nicotine policies.
Das Potenzial eines zusätzlichen gesunden Jahres
Laut der Studie ist das Potenzial eines zusätzlichen Jahres aus volkswirtschaftlicher Sicht gigantisch. Ein einziges zusätzliches gesundes Jahr für heutige 50-Jährige in Europa würde laut Studie bringen:
- 210,4 Milliarden Euro an gesteigerter Produktivität und reduzierten volkswirtschaftlichen Kosten
- 29,5 Milliarden Euro zusätzlich an reinen Wohlfahrtsgewinnen
- Für Deutschland würde ein zusätzliches gesundes Lebensjahr eine wirtschaftliche Ersparnis von 42.800 Euro jährlich pro Erwachsenem bedeuten
Das sind Gelder, die heute aufgrund der Folgen des Rauchens verloren gehen.
„Das Rauchen kostet Europa Milliarden – ein zusätzliches gesundes Jahr kann alles verändern“, sagt Dr. Nima Sanandaji.
Schweden als Modell für Schadensminimierung
Schweden hat es bereits geschafft, das Rauchen auf rekordniedrige Werte zu senken, indem es Alternativen wie Snus und Nikotinbeutel anbietet. Dass die Schweden Zigaretten gegen Snus und Nikotinbeutel eingetauscht haben, wird sich wahrscheinlich in einer höheren Lebenserwartung widerspiegeln als in Ländern mit höherem Raucheranteil.
"Schweden hat gezeigt, dass eine schadensminimierende Politik tatsächlich funktioniert, um das Rauchen einzudämmen. Das bedeutet mehr gesunde Jahre, eine längere Lebenserwartung und geringere gesellschaftliche Kosten“, sagt Dr. Nima Sanandaji und fährt fort:
„In Deutschland beträgt die Lebenserwartung heute 80,4 Jahre für 50-jährige Männer und 84,6 Jahre für 50-jährige Frauen. Wenn die gesunde Lebensdauer für 50-Jährige um ein Jahr erhöht würde und die Hälfte dieser Zeit auf dem Arbeitsmarkt und die andere Hälfte in der Freizeit verbracht würde, ergäbe dies einen wirtschaftlichen Vorteil von 42.800 Euro jährlich pro Erwachsenem in Deutschland. Mittelalte und ältere Menschen sind nicht nur wichtig für die Arbeitskraft, sondern stellen auch den Großteil der arbeitsplatzschaffenden Unternehmer und Investoren dar. Wenn sie mehr gesunde Lebensjahre hätten, würde die Produktivität steigen.“
Die Berechnung von Dr. Sanandaji schätzt, dass ein zusätzliches gesundes Lebensjahr – bei dem die Hälfte für Arbeit genutzt wird – dem Wirtschaftswachstum in Höhe der Hälfte des BIP-Beitrags pro Person im erwerbsfähigen Alter entspricht.
„Der individuelle Nutzen wird in der Praxis nicht gleichmäßig verteilt – einige werden mehr als ein durchschnittliches Jahr erhalten, andere weniger. Der Wert ist eine Opportunitätskosten-Schätzung“, erklärt Dr. Sanandaji.
Warum die EU jetzt handeln muss
Während Schweden inzwischen rauchfrei ist, ignorieren viele EU-Länder weiterhin funktionierende Strategien. Das ist ein teurer Fehler – sowohl für die Gesundheit als auch für die Wirtschaft.
„Ein zusätzliches gesundes Jahr für jeden 50-Jährigen ist keine Utopie, sondern eine realistische Folge evidenzbasierter Politik“, sagt Haypps Kommunikationschef Markus Lindblad. „Jetzt, da die EU mitten in der Ausarbeitung der neuen Tabakproduktrichtlinie steckt, hoffen wir, dass man die Erfahrungen aus Schweden und anderen Ländern berücksichtigt – die durch die Zulassung von Snus, Nikotinbeuteln und Vapes als Alternative zu tödlichen Zigaretten die rauchbedingten Krankheiten erfolgreich reduziert haben.“
Weiterführende Links:
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