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Landschaft um das Thema Nikotinbeutel Unterschiede zwischen Stadt und Land zu illustrieren

Auf einen Blick

  • Höherer Pro‑Kopf‑Konsum in ländlichen Regionen
  • Aromen treiben den Absatz – besonders in Städten
  • Preiserhöhungen senken den Absatz – jedoch in unterschiedlichem Ausmaß
  • Niedrigeinkommensregionen reagieren am stärksten auf Preisänderungen
  • Drei mögliche Erklärungen für die Unterschiede
  • Implikationen für die europäische und deutsche Politik

Was bedeutet die Studie für die europäische Regulierung?

„Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass sich ähnliche Entwicklungen auch in Europa beobachten lassen. Und wenn sich die EU nun mit der Überarbeitung der Tabakproduktrichtlinie befasst, ist es wichtig, die Menschen in ländlichen Regionen nicht aus dem Blick zu verlieren, wo die Voraussetzungen andere sind als in den Städten. Millionen Europäer haben es bislang offensichtlich nicht geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören.

Es ist Aufgabe der Politik, herauszufinden, was tatsächlich erforderlich ist, damit sie die Zigarette hinter sich lassen“, sagt Markus Lindblad, Kommunikationschef von Haypp, und fährt fort: „Es braucht eine verhältnismäßige und differenzierte Regulierung, bei der der Schutz von Jugendlichen durch verlässliche Altersverifikationssysteme mit dem Zugang zu weniger schädlichen Alternativen für erwachsene Raucher kombiniert wird.“

Höherer Pro‑Kopf‑Konsum auf dem Land

Obwohl das gesamte Verkaufsvolumen von Nikotinbeuteln in Städten höher ist – schlicht weil dort mehr Menschen leben –, werden in ländlichen Regionen mehr Beutel pro Einwohner gekauft. Laut Studie liegt der Pro‑Kopf‑Absatz in ländlichen Gebieten rund 12 Prozent über dem in städtischen Regionen.

Die Forschenden führen dies auf ein stärker etabliertes und alltagsnahes Nutzungsverhalten auf dem Land zurück, wo es häufig weniger Alternativen zur Zigarette gibt und Nikotinbeutel eher als dauerhafter Ersatz denn als experimentelle Option genutzt werden.

Aromen treiben den Absatz – besonders in Städten

Aromatisierung erweist sich als einer der stärksten Treiber für den Absatz von Nikotinbeuteln. Produkte mit klar definierten Geschmacksrichtungen verkaufen sich deutlich besser als neutrale oder nicht eindeutig aromatisierte Varianten. Dieser Effekt ist in städtischen Umfeldern besonders ausgeprägt.

Minz‑ und Mentholvarianten erzielen bis zu 23‑mal höhere Verkaufszahlen als nicht aromatisierte Produkte. Auch Fruchtaromen sowie andere Geschmacksrichtungen – etwa Kaffee oder Zimt – weisen deutlich höhere Absätze auf. In Städten ist dieser Effekt noch stärker, was vermutlich mit einer größeren Produktauswahl, intensiverem Wettbewerb und höherer Sichtbarkeit im Handel zusammenhängt.

Preiserhöhungen senken den Absatz – aber nicht überall gleich stark

Die Studie zeigt, dass steigende Preise den Absatz von Nikotinbeuteln sowohl in Städten als auch auf dem Land verringern. Die Reaktion fällt jedoch in urbanen Regionen deutlich stärker aus. Eine Preiserhöhung um 10 Prozent führt in Städten zu einem Absatzrückgang von etwa 6,6 Prozent, während der Rückgang in ländlichen Gebieten bei rund 3,3 Prozent liegt.

Dies deutet darauf hin, dass Stadtbewohner eher auf Preiserhöhungen reagieren, indem sie den Konsum reduzieren oder auf andere Nikotinprodukte ausweichen. In ländlichen Regionen, wo die Auswahl häufig begrenzter ist, bleibt die Nachfrage stabiler.

Niedrigeinkommensregionen sind am preissensibelsten

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die Preissensibilität in Niedrigeinkommensregionen am höchsten ist. Dort führen Steuererhöhungen zu deutlich stärkeren Absatzrückgängen als in wohlhabenderen Gebieten. Gleichzeitig ist der Raucheranteil in diesen Regionen häufig höher.

Die Forschenden warnen daher, dass hohe Steuern auf Nikotinbeutel gerade jene Gruppen am stärksten treffen könnten, die ansonsten eher bereit wären, von Zigaretten auf weniger schädliche Nikotinprodukte umzusteigen.

Drei mögliche Erklärungen für die Unterschiede

Die Studie nennt drei übergeordnete Erklärungsansätze für die unterschiedlichen Muster zwischen Stadt und Land: niedrigere Preise und weniger Alternativen im ländlichen Einzelhandel, eine größere Produktvielfalt und intensiverer Wettbewerb in Städten sowie Unterschiede im Nutzungsverhalten – mit eher experimentellem Konsum in urbanen Gebieten und stärker gewohnheitsmäßigem Gebrauch auf dem Land.

Implikationen für die europäische und deutsche Politik

Für europäische Länder wie Deutschland, in denen das Rauchen weiterhin eine erhebliche Herausforderung für die öffentliche Gesundheit darstellt, liefern die Ergebnisse wichtige Hinweise. Die Studie legt nahe, dass der Zugang zu Nikotinbeuteln in Regionen mit hoher Raucherprävalenz den Umstieg weg von Zigaretten erleichtern kann. 

Zugleich zeigt sie, dass Aromen eine zentrale Rolle spielen, um Alternativen für erwachsene Raucher attraktiv zu machen, und dass eine zu hohe Besteuerung die Ziele der Schadensminimierung untergraben kann – insbesondere in sozioökonomisch benachteiligten Regionen.

Mehr zur Studie

Die Studie basiert auf Einzelhandelsdaten aus dem Jahr 2021 und analysiert Unterschiede im Kaufverhalten, in der Preissensibilität und in den Geschmackspräferenzen zwischen urbanen und ländlichen Regionen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine differenziertere und geografisch angepasste Regulierung bessere gesundheitspolitische Ergebnisse erzielen kann als pauschale Verbote.

Autor - Markus Lindblad Verfasst von Markus Lindblad

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