Die USA haben relative Risiken gerade schwerer ignorierbar gemacht
Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat für bestimmte ZYN-Nikotinbeutel offiziell anerkannt, dass sie im Vergleich zu Zigaretten mit einem geringeren Risiko für bestimmte schwere Erkrankungen verbunden sind. Die Entscheidung könnte die Diskussion über relative Risiken von Nikotinprodukten auch in Europa beeinflussen.
Auf einen Blick
- Die FDA hat eine Modified-Risk-Aussage für 20 spezifische ZYN-Nikotinbeutel in den USA genehmigt.
- Die zugelassene Aussage bezieht sich auf ein geringeres Risiko für bestimmte schwere rauchbedingte Erkrankungen im Vergleich zu Zigaretten.
- Die Entscheidung gilt nur für bestimmte Produkte und bedeutet nicht, dass ZYN risikofrei oder als Mittel zur Raucherentwöhnung zugelassen ist.
FDA erkennt geringeres Risiko bestimmter ZYN-Produkte an
Die US-amerikanische Food and Drug Administration, die in den USA für die Regulierung von Tabak- und Nikotinprodukten zuständig ist, hat eine Entscheidung getroffen, die in der Nikotindebatte nicht ignoriert werden sollte: Sie hat eine Modified-Risk-Aussage für 20 ZYN-Nikotinbeutel genehmigt.
Die zugelassene Aussage ist klar: Die Verwendung dieser ZYN-Produkte anstelle von Zigaretten ist für erwachsene Raucher mit einem geringeren Risiko für bestimmte schwere rauchbedingte Erkrankungen verbunden, darunter Mundkrebs, Herzerkrankungen, Lungenkrebs, Schlaganfall, Emphysem und chronische Bronchitis.
„Die öffentliche Debatte behandelt Nikotinprodukte oft so, als wären sie alle gleich. Das sind sie nicht. Zigaretten beruhen auf Verbrennung, und genau diese Verbrennung ist ein wesentlicher Grund dafür, warum Rauchen so schädlich ist. Rauchfreie Produkte funktionieren grundlegend anders, und Verbraucher haben Anspruch auf klare Informationen, die widerspiegeln, was die Wissenschaft tatsächlich zeigt.“
— Markus Lindblad
Warum das in Deutschland wichtig ist
In Deutschland ist Rauchen weiterhin weit verbreitet. Nach aktuellen Daten rauchen 21,8 Prozent der 18- bis 64-Jährigen, das entspricht etwa 11,2 Millionen Menschen. Damit ist die Frage, wie erwachsene Raucher verständliche Informationen über unterschiedliche Risikoprofile erhalten, keine Randdebatte.
Gerade in Deutschland, wo der Anteil der Raucher im europäischen Vergleich weiterhin hoch ist, sollte die Diskussion über rauchfreie Alternativen nicht bei pauschalen Warnungen stehen bleiben. Wer erwachsene Raucher erreichen will, muss erklären können, warum Verbrennung der entscheidende Unterschied ist und warum relative Risiken für die öffentliche Gesundheit relevant sind.
Die FDA-Entscheidung bedeutet nicht, dass ZYN risikofrei ist. Sie gilt nicht für alle Nikotinbeutel oder alle ZYN-Produkte und ist keine Zulassung als Mittel zur Raucherentwöhnung, auch wenn viele Erwachsene sie nutzen, um mit dem Rauchen aufzuhören. Sie zeigt aber, dass relative Risiken wissenschaftlich fundiert, präzise und verantwortungsvoll kommuniziert werden können.
“Erwachsene Verbraucher in der Nikotindebatte brauchen klare Informationen. Wenn die Wissenschaft deutliche Unterschiede zwischen Zigaretten und rauchfreien Produkten zeigt, sollten Regulierungen diese Informationen verständlicher machen, nicht schwerer zugänglich.”
— Markus Lindblad
Für erwachsene Raucher ist klare Information über relative Risiken keine Frage des Marketings. Sie ist eine Frage der öffentlichen Gesundheit.