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Portrait Lindsay Reese

 

Über Dr. Lindsay Reese

 

Rolle: Senior Scientific Content Manager bei der Haypp Group

Bisherige Erfahrung: Lindsay studierte Biopsychologie und Kognitionswissenschaften an der University of Michigan und promovierte anschließend in Neurowissenschaften und Zellbiologie an der University of Texas Medical Branch. Nach ihrer Promotion arbeitete sie zunächst in einer wissenschaftlichen Forschungsstelle am Oregon Brain Bank der Oregon Health & Science University. Anschließend war sie als wissenschaftliche Autorin tätig und unterstützte unter anderem die internationalen Nikotin- und Tabakkonzerne Altria und PMI bei Publikationen rund um Nikotin- und Tabakprodukte.

Bei Haypp seit: 2025

Fun Fact: Lindsay war Kandidatin bei Jeopardy!, einer bekannten US-amerikanischen Quizshow.

Auf einen Blick

  • Dr. Lindsay Reese ist Senior Scientific Content Manager bei der Haypp Group.
  • Sie verbindet einen wissenschaftlichen Hintergrund in Neurowissenschaften mit Erfahrung in der Wissenschaftskommunikation.
  • Bei Haypp arbeitet sie daran, Forschung zu Nikotinprodukten verständlich für erwachsene Verbraucher:innen aufzubereiten.
  • Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Transparenz rund um Produkttests und NicoLeaks.
  • Im Interview spricht sie außerdem über ihren persönlichen Weg von der Neuroforschung zur Arbeit mit Nikotinprodukten.

Werdegang und wissenschaftlicher Hintergrund

Kannst du uns etwas über deinen akademischen Hintergrund erzählen und darüber, wie du an diesen Punkt gekommen bist?

„Ich habe mich bereits in der Highschool für eine wissenschaftliche Laufbahn entschieden, als bei meinem Vater ALS (amyotrophe Lateralsklerose, auch bekannt als Lou-Gehrig-Syndrom) diagnostiziert wurde. Als er nur wenige Jahre später starb, studierte ich an der University of Michigan Biopsychologie und Kognitionswissenschaften. Dort konnte ich mich mit Neurodegeneration beschäftigen, und eines meiner ersten Forschungsprojekte befasste sich damit, ein besseres Modell zur Untersuchung von ALS zu entwickeln.

Als mein Studienabschluss näher rückte, konnte ich mir nicht vorstellen, als klinisch tätige Ärztin mit direktem Patient:innenkontakt zu arbeiten. Deshalb entschied ich mich für eine Promotion in Neurowissenschaften und Zellbiologie an der University of Texas Medical Branch in Galveston, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Alzheimer.

Danach arbeitete ich in einer wissenschaftlichen Forschungsstelle an der Oregon Brain Bank der Oregon Health & Science University in Portland. Dort untersuchte ich weitere Formen der Neurodegeneration, darunter Parkinson und vaskuläre Demenz.

Ich mochte Experimente und die Arbeit im Labor, aber noch mehr gefiel mir, darüber zu schreiben und anderen Menschen Wissenschaft verständlich zu machen. Deshalb zog ich auf eine Farm im ländlichen Vermont und begann als Freelancerin zu arbeiten. Dabei unterstützte ich Wissenschaftler:innen unter anderem bei Fachartikeln und Forschungsanträgen.

2018 arbeitete ich mit der Altria Group zusammen, als das Unternehmen den damals noch relativ neuen Zulassungsprozess für Tabakprodukte in den USA durchlief. Zu Altria gehört on!, und dadurch probierte ich auch meinen ersten Nikotinbeutel.

Später kam PMI, zu dem heute ZYN gehört, auf mich zu. Ich unterstützte das Unternehmen einige Jahre lang bei wissenschaftlichen Publikationen in der Schweiz. Dann ergab sich eine Gelegenheit bei der Haypp Group – und damit konnte ich mir meinen langjährigen Traum erfüllen, nach Schweden zu ziehen, in die Heimat der Nikotinbeutel.“

Persönliche Erfahrungen mit Nikotinprodukten

Wie hat sich dein Verhältnis zu Tabak- und Nikotinprodukten im Laufe der Jahre verändert?

„Ich habe mehr als zwei Jahrzehnte lang geraucht und mindestens ein Dutzend Mal versucht aufzuhören. Nach 20 Jahren wachst du morgens auf und spürst diese Schwere in der Brust. Du kommst beim Treppensteigen außer Atem. Es macht keinen Spaß. Irgendwann stellte sich für mich einfach die Frage: Gibt es eine andere Möglichkeit, Nikotin zu konsumieren?

Ich habe vielleicht zehn der frühen Vapes ausprobiert, mochte das Format aber nie wirklich. Als ich 2022 in die Schweiz zog, wechselte ich zu erhitztem Tabak, war aber weiterhin neugierig auf Nikotinbeutel.

Meine erste Erfahrung mit einem Nikotinbeutel in den USA ging etwas daneben. Ich begann direkt mit 8 mg und mir wurde ziemlich schnell etwas übel. Für Menschen, die vom Rauchen oder Vapen auf ein orales Produkt wechseln, kann die Umstellung ungewohnt sein. Rein physiologisch wird Nikotin über den Mund anders aufgenommen als beim Inhalieren.

Deshalb brauchte ich etwas Zeit, um die für mich passende Nikotinmenge zu finden. Als langjährige Raucherin ging ich davon aus, dass ich eine höhere Stärke brauchen würde – ähnlich wie bei Nikotinpflastern, bei denen beispielsweise mit 21 mg begonnen wird. Bei Nikotinbeuteln war das für mich aber nicht der Fall.

Das erste Produkt, bei dem ich nicht sofort Schluckauf bekam, hatte 1,5 mg – die niedrigste Stärke, die wir derzeit anbieten. Heute verwende ich je nach Situation zwischen 1,5 und 8 mg. Auch die Technik, den Beutel mit der Zunge zu positionieren, war für mich zunächst gewöhnungsbedürftig. Ihn mit den Fingern unter die Lippe zu schieben, mag ich persönlich überhaupt nicht.

Ich verwende seit zwei Jahren Nikotinbeutel und habe in dieser Zeit keine Zigarette geraucht. Regelmäßig geraucht habe ich inzwischen seit fast vier Jahren nicht mehr – auch wenn es auf einer Reise nach Asien eine kleine Ausnahme gab, weil dort alternative Nikotinprodukte verboten waren. Und ich mag es sehr, nicht mehr nach Rauch zu riechen.“

Aktuelle Rolle bei der Haypp Group

Was gehört zu deiner heutigen Rolle und was begeistert dich besonders daran?

„Als Senior Scientific Content Manager sehe ich mich als Brücke zwischen Wissenschaft und Verbraucher:innen. Mein Ziel ist es, Erwachsenen den Zugang zu Informationen zu erleichtern, damit sie fundiertere Entscheidungen treffen können.

Ich arbeite eng mit Marina Murphy aus unserem wissenschaftlichen Team, Laura Leigh Oyler, die für regulatorische Themen verantwortlich ist, und unserem Content-Team zusammen. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass die Haypp Group ihr Fachwissen auf Konferenzen einbringt, Daten aus der realen Nutzung in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht und sich an der öffentlichen Diskussion über Schadensminderung beteiligt.

An einem Tag kann ich beispielsweise an einem wissenschaftlichen Übersichtsartikel über die Auswirkungen von Maßnahmen zur Tabakkontrolle arbeiten. An einem anderen erkläre ich den Unterschied zwischen feuchten und trockenen Nikotinbeuteln.

Ich glaube nicht, dass es jemals eine spannendere Zeit gegeben hat, um sich wissenschaftlich mit Nikotinbeuteln zu beschäftigen. Im Bereich rauchfreier Produkte gelten sie noch immer als relativ neue Innovation. Rund zehn Jahre Forschung rücken deshalb gerade erst stärker in den Fokus.

Heute geht es außerdem um mehr als nur darum, die Produkte zu erklären. Erwachsene Verbraucher:innen sollen verstehen können, was in den Produkten enthalten ist und wie sie funktionieren. Das ist relevant, weil weltweit noch immer sehr viele Erwachsene Tabak- oder Nikotinprodukte konsumieren.

Zur Nutzung von schwedischem Snus in Schweden gibt es viele historische Daten. Jetzt arbeiten wir daran, eine vergleichbare wissenschaftliche Grundlage speziell für tabakfreie Nikotinbeutel aufzubauen. Ständig erscheinen neue Studien, und ich bin stolz darauf, Teil der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu sein, die diese Wissenslücken nach und nach schließt.“

NicoLeaks und Produkttransparenz

Du warst maßgeblich am Relaunch von NicoLeaks beteiligt. Was ist NicoLeaks und warum ist die Plattform wichtig?

„Die Produkte, die wir verkaufen, werden im Eurofins-Labor in Lidköping in Schweden getestet. NicoLeaks ist die Online-Datenbank, in der wir die Ergebnisse veröffentlichen.

Die Plattform wurde 2021 gestartet. Ich sehe diese Zeit ein wenig als eine Art explosionsartige Entwicklungsphase für Nikotinbeutel: Sehr viele neue Marken, Geschmacksrichtungen und Formate kamen auf einen Markt, der kaum reguliert war.

Als verantwortungsvoller Händler wollten wir diese Lücke schließen. Die Initiative wurde unter anderem von Markus Lindblad, Head of External Affairs der Haypp Group, vorangetrieben. Ziel war es zu überprüfen, ob Nikotinbeutel tatsächlich das enthalten, was auf der Verpackung angegeben ist, ob Verunreinigungen vorhanden sind und ob bestimmte Werte innerhalb angemessener Grenzen liegen.

Ursprünglich stand die Stärke im Mittelpunkt der Tests. Es ging also darum zu prüfen, ob die auf der Dose angegebene Nikotinmenge tatsächlich mit dem Inhalt des Beutels übereinstimmt. Heute umfassen die Ergebnisse zusätzlich weitere Parameter wie Feuchtigkeitsgehalt, pH-Wert, tabakspezifische Nitrosamine – sogenannte TSNAs – und Spurenmetalle. Inzwischen wurden mehr als 1.200 Produkte getestet.

Für mich ist NicoLeaks ein wichtiges Vertrauenssignal für unsere Kundschaft. Wir beziehen unsere Produkte direkt von den Herstellern und schaffen mit den veröffentlichten Testergebnissen zusätzliche Transparenz.

Fünf Jahre nach dem Start der Plattform und etwa ein Jahr nachdem ich bei Haypp angefangen habe, ist es ein großartiges Gefühl zu sehen, dass sich sowohl Behörden als auch Kund:innen mit der neuen und verbesserten Seite beschäftigen.“

Lindsays bevorzugte Nikotinbeutel

Welche Nikotinbeutel verwendest du aktuell am liebsten?

“Ein großer Teil der Verkäufe entfallen laut unserem aktuellen Nikotinbeutelbericht 2026 auf Minzgeschmack. Deshalb überrascht es vielleicht, dass ich persönlich eher fruchtige Nikotinbeutel bevorzuge.

Als ich noch geraucht habe, waren es Mentholzigaretten. Vielleicht möchte ich das heutige Erlebnis deshalb bewusst davon unterscheiden.

Wenn ich aus allen Nikotinbeuteln wählen könnte, die ich bisher ausprobiert habe – und seit ich in Schweden lebe, konnte ich deutlich mehr aus dem europäischen Sortiment testen –, würde ich wahrscheinlich zu Helwit greifen. Die Marke verwendet Nikotinpolacrilex, also Nikotin, das an ein Trägermaterial gebunden ist und dadurch langsamer freigesetzt wird. Außerdem gefallen mir die Geschmacksrichtungen sehr. Banane gehört zu meinen persönlichen Favoriten.

In meinem Rucksack befinden sich außerdem meistens ein oder zwei Dosen ZYN – nur für den Fall.

Bei den US-Produkten greife ich derzeit häufig zu CLEW Blueberry 6 mg. Für mich treffen sie die richtige Balance aus Feuchtigkeit, Geschmack und Nikotin Freisetzung. Vielleicht bin ich im Herzen einfach Violet Beauregarde aus Charlie und die Schokoladenfabrik.”

Autorin - Bianca Thumfarth
Bianca Thumfarth

Content Managerin

Bianca Thumfarth ist Content Managerin bei Haypp. Sie verbindet langjährige Marketing-Erfahrung, Content-Erstellung und Management und bereitet komplexe Themen rund um Nikotinprodukte klar und relevant auf.